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Schwarzriesling

Der Schwarzriesling gehört zu den roten Rebsorten und ist eigentlich die Urform der Burgunderweine. Seit mehr als 400 Jahren wird er im Burgund unter dem Namen Pinot Meunier angebaut.

Geschmack

Der Schwarzriesling ist im Geschmack dem Blauen Spätburgunder ähnlich, hat jedoch ein fruchtiges Aroma und einen kräftigen Charakter. Er bringt sehr samtige und harmonische Burgunderweine hervor, das Aroma erinnert an schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen und Pflaumen. Die Weine von dieser Rebsorte verfügen  über einen eleganten feingliedrigen Körper, milde Säure und ein zartbitteres Finale. Dominierend sind Weine im Qualitätsbereich, daneben gibt es aber auch Kabinettweine und Spätlesen. Das Reifepotential liegt bei 2 – 5 Jahren.

Zu welchem Essen

Der Schwarzriesling wird gerne als Dämmerschoppen getrunken. Besonders in Baden-Württemberg erfreut er sich in der Literflasche großer Beliebtheit. Die etwas kräftigeren Varianten mit der Qualitätsbezeichnung QbA trocken und halbtrocken passen sehr gut als Alternative zum Spätburgunder zu Fleischgerichten vom Lamm, Schwein und Wild und zu milden Käsesorten. Ein Schwarzriesling halbtrocken passt zum Beispiel sehr gut zu Schmorgerichten und gebratenem Fleisch. Er ist ein ideales Getränk zur italienischen Küche, besonders zu Pasta. Auch als Begleitung bei Grilladen kann man ihn wählen.

Was macht diese Sorte so besonders

Der Schwarzriesling ist trotz der Namensähnlichkeit kein Verwandter der Weißweinrebe Riesling. Er ähnelt ihr lediglich in Wuchs, Form und später Reife. In Frankreich ist er unter dem Namen Pinot Meunier bekannt, in Deutschland auch als Müllerrebe. Diese Bezeichnung erklärt sich durch die Behaarung von Blättern und Triebspitzen, die dadurch wie mit Mehl bestäubt aussehen.

 

Die Trauben haben mittlere Größe und sind dichtbeerig. Die Farbe der Beeren ist auffallend dunkel, rubinrot bis ziegelrot, das Fruchtfleisch und der Saft sind jedoch hell. Im Vergleich zum Spätburgunder stellt die Rebsorte weniger Ansprüche an Klima und Boden. Sie gedeiht gut auf kräftigen Löss-Lehm-Böden. Sie treibt verhältnismäßig spät aus. Das macht sie relativ unempfindlich gegen späte Frosteinfälle im Frühjahr. Sie ist kaum anfällig für Echten und Falschen Mehltau. Nur die Rothfäule kann ihr gelegentlich schaden. Später Austrieb und frühe Reife sind charakteristische Merkmale des Schwarzrieslings. Für diese Rebsorte besteht eine geringe Verrieselungsgefahr nach der Blüte. Deshalb ist sie relativ ertragssicher.

 

Auch in mittleren Lagen erreicht die Schwarzriesling-Rebe schon nach kurzer Reifezeit hohe Öchslegrade. Sie ist für süffige Schoppenweine geeignet, ergibt als Spätlese aber auch ansprechende und abgerundete Rotweine. Schon als einfache Qualitätsweine können sie ganz hervorragend sein. Außerdem werden auch spritzige Roséweine erzeugt, die als Schwarzriesling-Weißherbst verkauft werden.

 

Die Rebsorte ist in Frankreich neben dem Pinot Noir (Spätburgunder) und Chardonnay eine der drei Hauptbestandteile des Champagners.

 

Die Farben der Schwarzriesling-Weine erscheinen blasser als die des Blauen Burgunders. Sie zeigen eine ziegelrote bis rubinrote Farbe.

Ursprung / Geschichte

Die Rebsorte „Schwarzriesling“ wurde lang als Mutation der Rebsorte „Blauer Spätburgunder“ angesehen, die es schon seit dem 16. Jahrhundert gibt. Inzwischen nimmt man an, dass der Schwarzriesling ein Produkt mehrerer Kreuzungen ist. Andere Weinexperten vermuten, dass der Schwarzriesling bei zahlreichen Kreuzungszüchtungen, z.B. mit Traminer, beteiligt war und den „Urvater“ der Burgunderfamilie darstelle. Wie australische Forscher herausfanden, spricht die Rebe aufgrund eines mutierten Gens nicht auf das Wachstumshormon Gibberellinsäure an. Das hat unterschiedliche Reifeprozesse der Trauben und kleinere Beeren im Vergleich zu Spätburgunderbeeren zur Folge.

 

In Baden-Württemberg wird der Schwarzriesling schon seit Jahrhunderten kultiviert. Verschiedene Rebenzüchter haben diese Rebsorte qualitativ weiter entwickelt, sodass sie eine gewisse Verbreitung erfahren konnte.

 

Anbaugebiete

Weltweit wird der Schwarzriesling auf ca. 13.600 Hektar angebaut. Davon entfallen auf Frankreich rund 11.100 Hektar. Mit weitem Abstand folgen Deutschland, die USA (Kalifornien, Oregon, Pennsylvania, Maryland)  Australien, Großbritannien, Neuseeland, Italien, Südafrika, Argentinien, Kanada und Spanien. Der Schwarzriesling wird in geringem Umfang in der deutschsprachigen Ostschweiz, in den Staaten des ehemaligen Jugoslawien und in der österreichischen Steiermark angebaut. Hier heißt er Blaue Postitschtraube.

 

Synonyme für den Schwarzriesling sind neben Pinot Meunier, Müllerrebe und Postitschtraube u.a. noch Blauer Riesling, Schwarzer Cluster, Pinot Negro, Pflanzenmesser, Schwarzriesling und Plant De Brie.

 

In seiner Heimat, dem Burgund, ist der Schwarzriesling nicht einmal als AC (= appellation contrillée)Rebsorte zugelassen.  Doch außerhalb des Burgunds ist der Pinot Meunier (Müllerrebe) groß raus gekommen. Zusammen mit Chardonnay und Spätburgunder erzielt er höchste Flaschenpreise, da ausschließlich diese drei Rebsorten zur Herstellung von Champagner zugelassen sind. In der Champagne nimmt der Pinot Meunier ein Drittel der Rebfläche ein. Die meisten Rebflächen liegen im Tal der Marne, einem 514 km langen Fluss, der im Großraum Paris in die Seine mündet.

 

In Deutschland wird der Schwarzriesling auf fast 2.400 Hektar Rebfläche angebaut (entspricht 2,1 Prozent der gesamten Rebfläche in Deutschland) und ist damit auf Platz 5 der am meisten angebauten roten Rebsorten. Hauptsächlich wird der Schwarzriesling in Baden-Württemberg angebaut (über 1.500 Hektra). Hier wird er zu Rotwein verarbeitet, aber auch zu dem dort bekannten Schillerwein. Schillerwein stellt man aus einem Gemisch aus roten und weißen Trauben her. Sein Name rührt von seiner schillernden Farbe her.

 

Aktuell ist auch der sogenannte Blanc de noirs beliebt, ein Weißwein, der aus Rotweinsorten gekeltert wird. Wie in der Champagne ist für seine Produktion der Schwarzriesling sehr gut geeignet. 1928 wurde in Heilbronn die Rebsorte „Samtrot“ entdeckt, eine unbehaarte Mutation des Schwarzrieslings. Sie wird ebenfalls in Baden-Württemberg angebaut und ist dem Schwarzriesling qualitativ überlegen.

 

Eine nachgeordnete Bedeutung hat der Schwarzriesling in Baden (238 ha), in der Pfalz (145 Hektar), in Rheinhessen (80 ha), in Franken (77 ha), an der Mosel (11 ha)und in Thüringen (3 ha) und Sachsen (2 ha).

 

Info-Box:

Bei welcher Temperatur sollte der Schwarzriesling am  besten getrunken werden?

Rosé                                            7° – 12° C

Trockener Rotwein                             14° – 16° C

Zu welchen Gerichten passt der Schwarzriesling gut?

Guter Schoppenwein bei abendlichen Gesprächen

Fleischgerichte von Schwein, Rind, Lamm und Wild

Grillfleisch

Schmorgerichte

Milde Käsesorten

Traditionelle italienische Küche

Pasta

Welches Glas verwendet man?

Bauchiges Burgunderglas: Die Öffnung ist größer als beim normalen Rotweinglas. Der Kamin, das obere Stück des Glases, ist breit, aber nicht unbedingt hoch. Das Volumen und der Durchmesser des Glases sind groß und ähneln einem Ballon.